Lumbini
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Lumbini hat das Potenzial zum Touristenmagnet: Der Geburtsort Buddhas, des Begründers einer der großen Weltreligionen. Aber es bleibt beim Potenzial. Die Betontempel in einem mückenverseuchten Sumpfgelände gleichen eher einer halb fertigen, halb verkommenen Weltausstellung als einem spirituellen Pilgerort. Ein paar Mönche und Gebetsfahnen können die größte Enttäuschung in Nepal nicht wett machen.

Zugegeben: Der Besuch in Lumbini hätte besser starten können. Ein Taxifahrer ruft erst Wucherpreise auf und will uns dann am Ortsschild absetzen. Bis zum Hostel soll es noch einmal mehr kosten. Erst als wir schon Am späten Nachmittag sind wir zum Glück fast allein. die Rücksäcke aufhaben und er einsieht, dass wir tatsächlich bereit sind, den restlichen Weg zu laufen und er dafür gar kein Geld sehen würde, fährt er weiter. Ist das der indische Einfluss hier nahe der Grenze?

Bis auf den Stein genau ist der schwer bewachte Geburtsort Buddhas zwischen bis zu 2300 Jahre alten Stupa- und Tempelresten angeblich bekannt. Dutzende Schuhregale am Eingang zeugen davon, dass offenbar auch größere Touristengruppen hier durchgeschleust werden. Am späten Nachmittag sind wir zum Glück fast allein.

In der Abendsonne an Buddhas Geburtsort zu stehen, umgeben von flatternden, bunten Gebetsfahnen zwischen meditierenden, lesenden, singenden oder einfach nur dasitzenden Mönchen in orangefarbenen Gewändern ist tatsächlich etwas magisch.

Lumbini ist deutlich ärmer als die Gegenden Nepals, die wir bisher gesehen haben. Auf der Straße betteln viele Kinder, nur ein Restaurant ist geöffnet und verkauft ein einfaches aber üppiges Dal Bhat. Ein Minimarkt bietet abgelaufene Chips und Getränke an und spätestens um 20 Uhr ist der Ort wie ausgestorben. Samosas und Brot sind das einzige, was wir zum Frühstück finden. Alles frittiert – wahrscheinlich in dem Öl, dass sie am Abend vorher aus dem Topf wieder in eine Blechdose gegossen haben. Aber wir sind satt und bereit für den Tag!

Der Tempelpark in Lumbini ist eine künstlich geschaffene, nach einem Masterplan angelegte Zone mitten in einem mücken verseuchten Sumpf. Auf ein Gelände, dass so groß ist, dass es sich eigentlich nur mit dem Fahrrad erschließen lässt, werden nach und nach dutzende Tempel gepflanzt. Viele sind noch im Bau, einige sehen recht verlassen aus, andere sind schon fertig. Sie präsentieren die verschiedenen Auslegungen des Buddhismus in der Welt. Jedes Land, in dem Buddhisten leben, kann hier bauen. Also so eine Art buddhistische Weltausstellung. Vor allem der thailändische und der deutsche(!) Tempel sind beeindruckend. Doch leider ist das meiste aus billigem Beton gebaut und dann bunt übergegemalt. Ein Fluch! Was jetzt nett verziert aussehen mag, wird in ein paar Jahren zerbröckeln – einige Tempel machen es bereits vor. Für die Ewigkeit steht dieser Park wohl leider nicht. Bei genauem Hinsehen entpuppen sich selbst filigrane Fassadenreliefs als billige Platten aus gegossenem Beton. Farbe drauf, fertig!

1,4 Kilometer zieht sich der Mittelkanal durch die Tempelzone – halb mit müffelndem Wasser gefüllt, halb trocken. Auf der einen Seite die Flamme des Ewigen Friedens , auf der anderen – tja. Eigentlich nichts. Außer noch mehr Baustellenatmosphäre. Und irgendwann dem Weltfriedens-Stupa.  Zur Verteidigung der Anlage lässt sich vielleicht sagen, dass sie noch nicht fertig ist. Irgendwann sollen hier 42 Tempel stehen. Zurzeit sind es gut ein Dutzend.

Im deutschen Tempel der buddhistischen Weltausstellung (mit dem Geld einer deutschen Stiftung gebaut) müssen wir sogar Fotos mit Touristengruppen machen! Ausländer bringen Glück – oder so ähnlich!

Am Weltfriedensstupa, ganz am Ende des Parks, lockt uns monotoner Gesang in einen japanischen Tempel. Relativ schnell knien wir in einem kleinen Gebetsraum, neben uns ein Mönch mit einer Art Tamburin. Er trommelt, wir singen – japanisch! Immer wieder einen Satz, der auf einer kleinen Tafel in Lautschrift steht. Was? Keine Ahnung.

Der strahlend weiße thailändische Tempel (sponsored by Thai Airways) ist eines der Schmuckstücke Lumbinis. Vermutlich, weil er und die umliegenden – weniger schmuckvollen – Klosterbauten schon fertig sind. Sollten noch weitere solcher Prachtbauten folgen (und erhalten werden), besteht tatsächlich Hoffnung für den Park, sich doch noch zum Buddhisten-Touristen-Magnet zu entwickeln.